Themenbezogene Evaluierungen
Wie wirkt was zusammen?
Ein Schwerpunkt der Arbeit. Quelle: KfW
Themenbezogene Evaluierungen bilden zunehmend einen Schwerpunkt in der Arbeit der FZ-Evaluierungsabteilung. Sie dienen dazu, komplexe Wirkungsfragen, sektorale Fragestellungen oder auch Förderkonzepte der KfW Entwicklungsbank mit verschiedenen - auch mit so genannten "robusten" - Methoden genauer unter die Lupe zu nehmen.
Seit 2007 hat die Evaluierungsabteilung - in Abstimmung mit den Evaluierungsabteilungen der anderen Institutionen der staatlichen deutschen EZ und insbesondere dem Evaluierungsreferat des BMZ - die Untersuchung von Fragestellungen zum Thema Dezentralisierung in den Mittelpunkt ihrer thematischen Evaluierungen gestellt. Dabei werden sowohl die Beiträge von FZ-Vorhaben zur Stärkung der Dezentralisierung in den Partnerländern als auch die Wirkungen von Dezentralisierungspolitiken der Partnerländer auf einzelne Vorhaben evaluiert.
Stärkung der Kommunen
FZ-Vorhaben, die einen unmittelbaren Beitrag zur Dezentralisierung leisten sollen, sind so genannte kommunale Sozial- und Entwicklungsfonds. Gemeinden in den Partnerländern wird ein Fonds zur Finanzierung von verschiedenen Projekten zur Verbesserung der kommunalen Infrastruktur zur Verfügung gestellt. Über die Auswahl der finanzierten Projekte wird dezentral, auf Gemeindeebene, entschieden, auch die Durchführung und Überwachung erfolgt dezentral.
Das entwicklungspolitische Ziel ist es, die Kommunen auf diesem Wege zu stärken. Da sie die Maßnahmen selbst auswählen können, erwartet man sich eine engere Ausrichtung an den Bedürfnissen der Zielgruppen vor Ort als von Entscheidungen, die zentral getroffen werden. Durch die Auswertung der bisherigen Ex Post-Evaluationsergebnisse zu kommunalen Sozial- und Entwicklungsfonds sowie Analysen zu weiterführenden Fragen, zum Beispiel nach länderspezifischen Unterschieden oder nach dem Einfluss der sektoralen Zusammensetzung der finanzierten Infrastrukturmaßnahmen auf den Erfolg des Fonds, erhoffen wir uns tiefer gehende Erkenntnisse über die Wirkungen und Erfolgsfaktoren dieses Förderkonzepts.
Tiefere Analyse
Die Frage, wie die Dezentralisierungspolitik von Partnerländern die Wirkung von FZ-Vorhaben beeinflusst, ist komplex. Deshalb konzentrieren wir uns hier auf Vorhaben der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung. Am Beispiel von Wasserversorgungsvorhaben gehen wir derzeit der Frage nach, inwieweit die Übertragung von Kompetenzen und Verantwortung für die Wasserversorgung auf Gemeinden - wie dies im Rahmen der Dezentralisierung in vielen Partnerländern der deutschen EZ seit Jahren erfolgt - einen Einfluss auf die Versorgungsqualität für die Bevölkerung hat. Einen Baustein zu dieser Untersuchung bilden auch diejenigen Evaluierungen, die eine tiefer gehende Wirkungs-Analyse der verbesserten Wasserversorgung und Abwasserentsorgung auf die Gesundheitssituation der Bevölkerung erlauben als es im Rahmen einer typischen Ex Post-Evaluation eines Einzelvorhabens möglich ist.
Stand: Mai 2012