Sanitation

Fehlende sanitäre Anlagen - Gefahr für Mensch und Natur

Verschmutzter Bachlauf

Krankheitsherd: Abfall und Abwasser im Bachlauf. Quelle: Katharina Höfer

Der Begriff "Sanitation" umfasst Siedlungshygiene und Abwasser- und Abfallmanagement im weitesten Sinne, d.h. von zentralen Abwasserkanalisationen im städtischen Kontext bis hin zu hygienischen Latrinen im ländlichen Raum.

Nach Schätzung von Weltgesundheitsorganisation und des Kinderhilfswerkes der Vereinten Nationen leben immer noch mehr als zwei Milliarden Menschen und damit über ein Drittel der Weltbevölkerung ohne verbesserte sanitäre Anlagen. Dies bedeutet, dass sie unsaubere Latrinen, Eimer oder Gemeinschaftslatrinen nutzen oder gar keinen Zugang zu sanitären Einrichtungen haben. Besonders betroffen sind die Armen in rasch wachsenden Stadtrandgebieten, ländlichen Siedlungen und klein- und mittelstädtischen Niedriglohngebieten.

Nach wie vor großer Nachholbedarf

Obwohl in einigen Regionen der Erde große Fortschritte gemacht wurden, weisen die Monitoringberichte von Weltgesundheitsorganisation und Kinderhilfswerk für Südasien und Subsahara-Afrika einen erheblichen Rückstand bei verbesserten sanitären Einrichtungen aus. In Südasien hat der politische Rückhalt für eine verbesserte Siedlungshygiene und Abwasserentsorgung in den letzten Jahren zugenommen und Fortschritte werden erkennbar. In Subsahara-Afrika haben bisher nur einige wenige Länder Fortschritte erzielt (u.a. Ruanda, Botswana). Bei Fortschreibung der aktuellen Trends werden rund 600 Millionen Menschen weniger als ursprünglich geplant bis 2015 verbesserte sanitäre Einrichtungen nutzen können.

Aber auch dort, wo angemessene sanitäre Einrichtungen bereits bestehen, wird der Großteil des Abwassers nicht oder nur unzureichend gereinigt oder aber der Fäkalschlamm nicht ordentlich entsorgt: Viele der existierenden Kläranlagen oder dezentrale Einrichtungen wie Latrinen in Entwicklungsländern funktionieren nur unzureichend. Grund- und Oberflächenwasserressourcen werden durch die Siedlungs- und Industrieabwässer verunreinigt und gefährden damit nicht nur die menschliche Gesundheit, sondern auch die natürliche Fauna und Flora.

Durch verunreinigte Wasserressourcen und mangelhafte Hygiene werden zahlreiche Krankheiten übertragen. Wasserbedingte Krankheiten wie Durchfall oder Cholera kosten nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation täglich rund 5.000 Menschen das Leben. Der Großteil davon sind Kinder unter fünf Jahren. Verbesserungen bei der Siedlungshygiene und dem Abwassermanagement reduzieren Gesundheitsrisiken der Menschen und erhöhen ihren Lebensstandard.

Engagement der KfW

Die KfW Entwicklungsbank orientiert sich bei ihrem Engagement im Bereich "Siedlungshygiene und Abwassermanagement" an den Vorgaben des Sektorkonzepts "Wasser" der Bundesregierung. Sie trägt mit ihren Abwasservorhaben gezielt dazu bei, die Lebens- und Umweltsituation von Millionen von Menschen zu verbessern. Im Auftrag der Bundesregierung finanziert die KfW derzeit in mehr als 110 Vorhaben Investitionen in verbesserte Siedlungshygiene und Abwasserentsorgung. Das Finanzierungsvolumen dieser laufenden Vorhaben beträgt rund 1,6 Milliarden Euro. In über der Hälfte dieser Vorhaben wird zusätzlich auch die Wasserversorgung oder auch die Müllentsorgung verbessert. Die Partnerländer beteiligen sich in vielen Fällen an der Finanzierung, so dass das Investitionsvolumen noch höher liegt. Mit diesem Engagement erreicht die KfW Entwicklungsbank gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen vor Ort rund 35 Millionen Menschen, die spürbar von verbesserten sanitären Einrichtungen, einem hygienischeren Wohnumfeld oder von saubererem Wasser in Flüssen, Seen und im Untergrund profitieren.


Weiterführende Informationen

Stand: Juli 2011