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Bedeutung für Entwicklung und Armutsminderung

Eine afrikanische Verkäuferin mit Kopftuch sitzt lächelnd mitten in einem großen Haufen von Konserven, kleinen Plastikbeuteln mit Körnern und Pulver. Im Hintergrund hängen Kleidungsstücke.

 

Neue Möglichkeiten durch Kleinkredite  

Verstärkter Zugang zu Krediten

Finanzsysteme leisten einen unmittelbaren Beitrag zu Armutsreduzierung: Sie ermöglichen den dauerhaften Zugang bisher un- beziehungsweise unterversorgter Gruppen (zum Beispiel Kleinst- und Kleinunternehmen, arme Bevölkerungsschichten) zu angepassten Finanzdienstleistungen (Kredite, Sparprodukte, Versicherungen, Zahlungsverkehrsdienstleistungen) und unterstützen dadurch die Eigenanstrengungen der Menschen in Entwicklungs- und Transformationsländern auf ihrem Weg aus der Armut.

Referenzrahmen für die Finanzsektorförderung:
Erreichung der Millenium Development Goals (MDGs)

Einkommensstrukturpyramide. Von unten nach oben: absolut Arme, sehr Arme, Armutsgrenze, wirtschaftlich aktive Arme, Ober-und Mittelschicht. Finanzierungsstruktur: Sozialtransfers gehen an absolut Arme und sehr Arme, Finanz-Nicht-Regierungsorganisationen-Mittel gehen an sehr Arme bis Mittelschicht, Mikrobanken finanzieren von sehr Armen bis Ober-und Mittelschicht, Geschäftsbanken finanzieren Ober- und Mitteschicht. KfW ermöglicht durch Partner 14 Mio. Menschen Zugang zu Finanzdienstleistungen.

Alle MDGs sind relevant, insbesondere aber die MDGs 1,3,7 und 8
(Einkommen/Beschäftigung, Gender, Umwelt und Finanzsystementwicklung).

 

Finanzsystementwicklung trägt zu mehr Gendergerechtigkeit bei: Die Ausbreitung von Mikrofinanzen ermöglichte es Hunderttausenden von Frauen, ihr eigenes Leben in die Hand zu nehmen. Sie wurden dadurch selbstbewusster und konnten sich leichter in ihrem jeweiligen gesellschaftlichen Umfeld behaupten. Sie sorgten dadurch überdies für bessere Schulbildung ihrer Kinder, insbesondere ihrer Töchter (Finanzierung von Schulgebühren, Reduzierung der Kinderarbeit). Ferner profitierten sie von besserer gesundheitlicher Aufklärung und mehr finanziellem Spielraum für die Versorgung der Familie in Todes- und Krankheitsfällen. Hier wirken sich zum Beispiel Mikroversicherungsansätze positiv aus.

Mehr Geld für die Umwelt

Ein weiteres entwicklungspolitisch relevantes Feld liegt im Bereich der Umweltfinanzierung. Viele Länder erleben stetige Wachstumsschübe, die mit einem hohen Energieverbrauch einhergehen. Angesichts der Endlichkeit traditioneller Energiequellen wächst die Notwendigkeit zum Energiesparen. Das kann nur durch höhere Energieeffizienz erreicht werden, wofür wiederum enorme Investitionen erforderlich sind - eine unlösbare Aufgabe für öffentliche Haushalte allein. Daher kommt dem Finanzsektor hier eine entscheidende Bedeutung bei der Finanzierung von Investitionen in die Energieeffizienz, der Förderung erneuerbarer Energien bis hin zu innovativen Instrumenten zur Minderung der Folgen des Klimawandels zu.

All diese entwicklungspolitischen Wirkungen stellen sich freilich nicht automatisch und auch nicht über Nacht ein: Zunächst müssen die politischen, makroökonomischen, rechtlichen, und regulatorischen Rahmenbedingungen des Finanzsektors das solide Wachstum von Finanzinstitutionen ermöglichen, um den Zugang der Bevölkerung zu angepassten Finanzdienstleistungen dauerhaft zu sichern. Finanzinstitutionen müssen ihr Geschäft nach professionellen Gesichtspunkten und frei von politischer Einwirkung auf konkrete Kreditentscheidungen betreiben können, um langfristig lebensfähig zu sein. In einigen Ländern bestehen jedoch nach wie vor entwicklungshemmende Bedingungen, wie etwa Höchstzinsvorschriften oder die Lenkung von Krediten an bestimmte Unternehmen.

Stand: Juli 2009


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