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Gleiche Chancen für Mädchen
und Jungen
Der Begriff "Gender" beschreibt die sozialen Rollen der
Geschlechter, nicht ihre biologische Verschiedenheit. Dabei geht es
vor allem darum, die Rollen von Männern und Frauen in ihrem
soziokulturellen und ökonomischen Kontext zu verstehen, die
Ursachen für Benachteiligungen von Frauen oder Männern zu erkennen
und diese abzubauen. Ein wesentliches Element des Genderansatzes
ist die Forderung nach einer Verbesserung der Chancengleichheit der
Lebensbedingungen von Frauen und Männern und der strategischen
Interessen von Frauen und Männern im Sinne der Menschenrechte.
Damit liegt dem Genderkonzept - ebenso wie den neuen Strategien zur
Armutsbekämpfung - ein systemischer Ansatz zugrunde, der auf
strukturelle Veränderungen abzielt. Der Genderansatz geht somit
über das Verständnis von Frauenförderung hinaus, wie es noch in den
Women in Development (WID) Projekten der achtziger Jahre zum
Ausdruck kommt.
Seit Mitte der 80er-Jahre setzt sich die KfW Entwicklungsbank für
die stärkere Verankerung des entwicklungspolitischen Ziels der
Gleichberechtigung der Geschlechter (Gender-Mainstreaming) in der
deutschen Finanziellen Zusammenarbeit (FZ) ein. Eine nach Gender
differenzierte Vorgehensweise erhöht die entwicklungspolitische
Qualität von FZ-Vorhaben. Deshalb hat die KfW Entwicklungsbank -
wie andere Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit auch -
beschlossen, Gender in einer entsprechenden Strategie
festzuschreiben. Diese Strategie soll das Thema noch systematischer
verankern und Bestandteil der Verfahren und Instrumente der FZ
werden. Vor allem soll Gender möglichst frühzeitig in der Planung
der Vorhaben berücksichtigt werden.
Die Strategie zur Umsetzung des Gleichberechtigungskonzepts ist das Gender-Mainstreaming. Eine geschlechterdifferenzierte Sichtweise soll als Querschnittsaufgabe und Qualitätsmerkmal bei der Vorbereitung und Durchführung aller Programme sowie in den internen Verfahren umgesetzt werden. Deshalb sollen die spezifischen Lebensbedingungen, Bedarf und Ziele von Frauen und Männern im Entwicklungsprozess angemessen berücksichtigt werden, und zwar auf allen Ebenen der Entwicklungszusammenarbeit (EZ), in allen Sektoren und in allen Phasen der jeweiligen Vorhaben. Dieser Ansatz erfordert Fachlichkeit, Umsetzung in allen Schwerpunkten und Regionen (wenn auch mit unterschiedlichem Ausmaß) und Konzentration auf größtmögliche Wirkungen sowie deren Nachweis und Darstellung. Gendermainstreaming ist als Strategie komplementär zur gezielten Förderung von Frauen, um die Gleichstellung der Geschlechter zu beschleunigen.
Stand: Juni 2009